00:00:00: Deine besten Ideen kommen nicht am Schreibtisch.
00:00:03: Die kommen unter der Dusche, beim Spaziergang, beim Zähneputzen.
00:00:08: Und das ist kein Zufall.
00:00:09: Das ist Biologie.
00:00:11: In dieser Folge zeige ich dir, warum Kreativität sich nicht erzwingen lässt und wie du die Bedingungen schaffst, damit die Ideen von alleine kommen.
00:00:20: Und ich erzähle dir, warum mein Zähneputzen manchmal sechs Minuten dauert und warum das die produktivsten sechs Minuten meines Tages sind.
00:00:34: Kennst du das?
00:00:34: Du sitzt am Schreibtisch, du brauchst eine Idee, einen Einfall, eine Lösung.
00:00:38: Du staust auf den Bildschirm, denkst nach, denkst noch härter, noch intensiver nach, aber es passiert nichts.
00:00:45: Und dann, Stunden später, stehst du unter der Dusche, denkst an gar nichts.
00:00:48: Und plötzlich, da ist sie, die zündende Idee, wie aus dem Nichts.
00:00:53: Und das passiert nicht zufällig.
00:00:54: Das passiert, weil dein Gehirn anders arbeitet, als du denkst.
00:00:59: Wir glauben, Kreativität ist eine Frage der Anstrengung.
00:01:02: Mehr Fokus, mehr Stunden, mehr Druck.
00:01:04: Also setzen wir uns hin und zwingen uns kreativ zu sein.
00:01:08: Aber das funktioniert nicht.
00:01:09: Du sitzt da, die Deadline rückt näher, der Bildschirm ist leer, dein Kopf ist voll, aber es kommt nichts raus.
00:01:15: Und dann passiert etwas Schlimmeres als keine Idee zu haben?
00:01:19: Du fängst an, an dir zu zweifeln.
00:01:21: Bin ich überhaupt kreativ?
00:01:23: Warum können andere das und ich nicht?
00:01:25: Vielleicht fehlt mir einfach das Talent.
00:01:27: schaust auf LinkedIn, alle posten, alle haben Ideen.
00:01:31: Nur du sitzt da und starst auf ein leeres Dokument.
00:01:35: Du fühlst dich vielleicht dumm, du fühlst dich blockiert, du fühlst dich als würdest du versagen.
00:01:38: Aber das Problem bist nicht du.
00:01:40: Das Problem ist, dass dein Gehirn im falschen Modus ist.
00:01:45: Unter Druck schaltet dein Gehirn auf Überleben.
00:01:47: Das sucht nach Gefahren, aber nicht nach Möglichkeiten.
00:01:50: Es will Probleme abwehren, aber nicht lösen.
00:01:53: In diesem Zustand ist Kreativität biologisch blockiert.
00:01:56: Die Lösung ist also nicht, härter nachzudenken, sondern aufzuhören nachzudenken.
00:02:03: Ich hab fast jeden Morgen beim Zähneputzen Geistesblitzen.
00:02:05: Klingt absurd oder?
00:02:06: 2-3 Minuten Zähneputzen und manchmal habe ich in dieser Zeit aber 3-4 verschiedene Ideen und dann tippe ich sie schnell in mein Handy.
00:02:15: Ich hab die sonst vergessen danach.
00:02:16: weiß das zu 99 % danach nicht mehr.
00:02:19: Unterm Strich dauert mein Zähneputzen deshalb oft 5-6 Minuten.
00:02:23: Aber das ist es wert.
00:02:25: Oder neulich beim Joggen im Park eine halbe Stunde war ich laufen und habe sechs oder sieben Mal angehalten, weil mir immer wieder eine neue Idee kam.
00:02:32: Stehen bleiben, ins Handy tippen, weiter laufen.
00:02:35: Meine produktivste halbe Stunde seit Wochen.
00:02:37: Und ich saß nicht mal am Schreibtisch.
00:02:40: Letztes Jahr hatte ich eine schwierige Situation.
00:02:41: Ich hatte eine Frist vergessen.
00:02:43: wichtiges Dokument hatte ich nicht abgegeben und ich war echt gestresst.
00:02:46: Ich wusste nicht, wie ich das lösen sollte.
00:02:48: Da war ich auch hier in Kapstadt, wo ich jetzt gerade bin und
00:02:51: Am späten Nachmittag bin ich zum Strand gefahren und saß da, einfach nur gesessen, aufs Meer geschaut und fünf Minuten später hatte ich die Lösung.
00:02:59: Ich war einfach da.
00:03:01: Völlig klar plötzlich.
00:03:02: Und das ist kein Zufall.
00:03:04: Das ist, wie dein Gehirn funktioniert.
00:03:06: Wenn du gestresst bist, ist dein Gehirn im Alarmmodus.
00:03:10: Hohe Aktivität, schnelle Gedanken, aber total eng, fokussiert auf Gefahr.
00:03:15: Und in diesem Zustand siehst du keine neuen Wege.
00:03:19: Du siehst nur die Wand vor dir.
00:03:21: Aber wenn du dich entspannst, dann passiert was anderes.
00:03:24: Dein Gehirn fährt runter, Aktivität verlangsamt sich und plötzlich öffnet sich der Raum.
00:03:32: Du siehst Verbindungen, die du vorher nicht gesehen hast und Ideen tauchen auf, die vorher keinen Platz hatten.
00:03:37: Lösungen, die da waren, aber verdeckt.
00:03:41: Und jetzt kommt etwas, das die wenigsten wissen.
00:03:44: Dein Kopf und dein Körper arbeiten in entgegengesetzten Richtungen.
00:03:48: Wenn dein Gehirn im Stressmodus ist, hohe Aktivität, Gedankenkarussell, Alarmstufe Rot, dann fährt dein Körper runter.
00:03:57: Und deshalb fühlen wir uns im Stressmodus schlapp, müde, ausgelaugt, obwohl du vielleicht den ganzen Tag gesessen hast.
00:04:03: Und das ist kein Zufall.
00:04:05: Dein Körper hat keine Energie mehr, weil dein Kopf alles verbraucht.
00:04:08: Aber jetzt das Gegenteil.
00:04:10: Wenn dein Gehirn zur Ruhe kommt, wenn die Aktivität sinkt, wenn du entspannst, dann steigt die Energie in deinem Körper.
00:04:17: fühlst dich wacher, fitter, lebendiger, hast plötzlich Elan, obwohl du scheinbar nichts getan hast.
00:04:24: Du fühlst dich nach einem echten freien Tag nicht müder, sondern erholter.
00:04:29: Und deshalb kommst du aus dem Urlaub auch mit mehr Energie zurück und nicht mit weniger.
00:04:33: Und deshalb hast du nach dem Spaziergang mehr Kraft als vorher.
00:04:36: trotz des Nichttuns, wegen des Nichtstuns.
00:04:44: Das erklärt auch, warum so viele Unternehmer ausgebrannt sind.
00:04:47: Sie denken, sie müssen nur mehr durchhalten.
00:04:49: Ich kenne das von mir.
00:04:50: Mehr Kaffee, mehr Disziplin, mehr Stunden, so war's früher.
00:04:54: Und so arbeiten wir gegen unsere eigene Biologie.
00:04:57: Und je mehr wir drücken, desto leerer werden wir.
00:05:00: Je mehr wir denken, desto weniger Energie haben Und je mehr wir am Schreibtisch sitzen, desto schlechter werden die Ideen.
00:05:07: Und jeder hat andere Wege, diesen Zustand der Entspannung.
00:05:10: sich öffnen zu erreichen.
00:05:12: Für manche ist es spazieren gehen, für andere ist es Gartenarbeit, manche brauchen Musik, andere Stille, manche das Meer, andere den Wald oder die Berge.
00:05:21: Und der Punkt ist nicht, was du tust, der Punkt ist, dass du es bewusst tust.
00:05:27: Also nicht zufällig in die Entspannung stolpern, sondern sie als Werkzeug nutzen.
00:05:31: Wenn du vor einem Problem sitzt und nicht weiter kommst, dann steh auf, geh raus, mach was mit deinen Händen, beweg dich.
00:05:37: nicht als Pause von der Arbeit, sondern als Teil der Arbeit.
00:05:43: Und wenn du das verstehst, dann ändert sich alles.
00:05:45: Du hörst auf, dich schuldig zu fühlen, wenn du nicht am Schreibtisch sitzt.
00:05:49: Aber lass mich das nochmal klar sagen.
00:05:51: Wenn du dich schuldig fühlst, weil du eine Pause machst, hast du das Spiel nicht verstanden.
00:05:56: Die Pause ist die Arbeit.
00:05:58: Der Spaziergang ist produktiv.
00:06:00: Das Nichtstun ist der Job.
00:06:04: Die Idee kommt nicht trotz der Pause, sie kommt wegen der Pause.
00:06:07: Die besten Ideen lassen sich nicht erzwingen, aber sie lassen sich einladen.
00:06:11: Und die Einladung ist Ruhe.
00:06:15: Also, plane dir diese Phasen für dich ein und lass die Teil deines Arbeitsalltags sein und als etwas, was du dir erst erlauben musst.
00:06:26: Ich hoffe, du konntest daraus was mitnehmen.
00:06:29: Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Umsetzung.
00:06:31: Probier dich mal aus.
00:06:33: Und schick mir gerne mal eine E-Mail, was du gemacht hast und wie sich das bei dir ausgewirkt hat.
00:06:38: Das war wieder eine Episode von Ausverkauft, was jetzt im Marketing wirklich funktioniert.
00:06:44: Denn Marketing, das nicht verkauft, ist Deko.
00:06:46: Und genau das ändern wir hier.